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Flüche und Freudentränen

MZ-Serie: Seit 28 Jahren bildet Trainer Klaus Döhler erfolgreich  Volleyball-Talente beim USV Halle aus - und ist noch lange nicht am Ende. Warum er eine gute Seele ist.

Schon von draußen hört man das laute Gemisch aus Kindergeschrei und  aufprallenden Bällen aus der Sporthalle an der Grundschule Frohe Zukunft. Zwischendrin eine kräftige Männerstimme, ein lauter Pfiff- und dann ist Ruhe.
Drinnen hat Volleyballtrainer  Klaus Döhler seine Drittklässler zu sich geholt.  Schweigen ist jetzt oberste Pflicht. Hier herrscht Disziplin -  und die kleinen Mäuse hängen an den Lippen des Volleyball-Urgesteins. Was er sagt, ist für sie Gesetz. Doch Döhler kann nicht nur streng  sein - wie sehr er an seinen Schützlingen hängt, das merkt man auch sofort.
Seit 28 Jahren bringt Klaus Döhler beim USV Halle Kindern und Jugendlichen  das Einmaleins des Volleyballs bei. Als er 1991 seine Lehrstelle am Gymnasium Reileck antrat, sollten Nachmittagskurse von den Sportlehrern angeboten werden. Der damalige Leichtathlet fragte seine Schüler, worauf sie Lust hätten - Volleyball war die Antwort. Also sattelte er um. „Mein Universitäts- Professor meinte früher, ich hätte zwei linke Pfoten beim Volleyballspielen“, erzählt der 61-Jährige schmunzelnd. Und trotzdem startete er den Versuch. „Ich habe mich also mit den Kindern in die Halle gestellt- zwei Mal die Woche, für jeweils vier Stunden.“
Von Anfang an ging es ihm nicht nur um den Spaß, Döhler wollte gewinnen, an Wettkämpfen teilnehmen. Noch im selben Jahr fuhr er mit seinen Schützlingen auf dem Fahrrad zu den Landesfestspielen nach Dessau - und wurde nicht Letzter. Was unspektakulär klingen mag, war für ihn und die Kinder ein voller Erfolg.
Er entwickelte seinen eigenen unverkennbaren Trainingsstil - auf der einen Seite Liegestütze für die Verlierer der Trainingsspiele, auf der anderen Urkunden für die Kinder, die 100 Mal an die Wand baggern können. Er kann auch  mal laut werden. Doch wenn seine Schützlinge die Landesmeisterschaft gewinnen, lädt er gern auf eine spontane Grillparty ein. Sein Prinzip geht auf, wer eine vollständige Döhler-Ausbildung hinter sich hat, weiß, wie man guten Volleyball spielt.
Für die Abteilung Volleyball ist Klaus Döhler eine enorme Stütze, ohne ihn wäre eine Nachwuchsarbeit nicht vorstellbar. Direkt nach Schulschluss schwingt er sich auf sein Rad und fährt in die Turnhalle. Drei Mal pro Woche trainiert er Kinder aus den Klassenstufen eins bis vier. Hinzu kommen die Wettkämpfe an den Wochenenden seiner Altersklassen U11 bis U14. Abends kontrolliert er  noch die Schularbeiten.
Dass das Privatleben  manches Mal zu kurz kommt, ist klar. Garten und Haus bleiben da auch mal links liegen. Doch deshalb kürzer treten? Kommt  nicht in Frage. Da  machen  Ehrgeiz und  Leidenschaft  für den Sport nicht mit.
„Das nächste Ziel ist die U-11-Landesmeisterschaft, ich will den kompletten Medaillenspiegel“,  meint Döhler hochmotiviert mit Blick auf das Wochenende. Da sechs von den zwölf teilnehmenden Mannschaften für den USV Halle an den Start gehen, ist das durchaus realistisch. Wie viele Landesmeistertitel Döhler  als Volleyballtrainer  schon gewonnen hat, weiß er nicht mehr.
Aber auch  im Schulwettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ ist er hinter Edelmetall
 her. Das alljährlich stattfindende Aufeinandertreffen der (Sport)-Schulen aus  Deutschland in Berlin ist sein Ansporn. „Für diesen Moment investiere ich sechs Jahre intensive Ausbildung“, so Döhler. Und das mit Erfolg: Zwei Medaillen konnte er sich schon erarbeiten, fünf Mal wurde es der undankbare vierte Platz. In diesem Jahr war nichts zu holen.
Auch wenn „seine Kinder“ irgendwann altersbedingt in andere Trainingsgruppen wechseln, verfolgt er weiterhin ihre Entwicklung. Einige schaffen den Sprung in die erste Damenmannschaft des USV Halle (Regionalliga), manche in die dritte Liga.  Wie etwa  Lotte Koppernock (23), die zwei Saisons beim Drittligisten SV Braunsbedra Volleyball spielte. Wenn sie an ihre Zeit bei JTFO denkt, fallen ihr zu Döhler vor allem das traditionsgemäße Eisessen, das laute Fluchen am Spielfeldrand und die Tränen der Freude nach einem  großen Sieg ein. „Dass so ein harter Kerl auch mal weinen kann, hätte ich nicht gedacht“, meint sie lachend. 

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung, Ausgabe 17.05.2019, von Hannah Lübben

Trainer, 17.05.2019

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